Börse
online, 17/2002 vom 18.04.200
"Wirrwarr und Fachchinesisch"
Eine Exklusivstudie enthüllt:
Bei Riester-Produkten kommt es nicht nur auf die Rendite an. Doch
ein Blick auf die Kosten lohnt. Denn Klauseln im Kleingedruckten
können das Ersparte erheblich mindern. (...)
"Die Kunden sollen nicht nur auf die garantierte
Kapitalverzinsung schauen, sondern auch besonders auf die Kosten",
rät Henrich Blase, Vorstandssprecher und Mitgründer von
einsurance, einem Münchner Versicherungsbroker, der Versicherungsinformationen,
vergleiche sowie - abschlüsse im Internet anbietet. (...)
Als "Wirrwarr und Fachchinesisch"
bezeichnet Blase gar die Darstellung der Anbieter im Kleingedruckten.
Offerten, die auf den ersten Eindruck gut klingen, können am
Ende eine wesentlich geringere Sparsumme aufweisen als solche, die
zunächst eher teuer erscheinen.
Anlass genug für einsurance nachzurechnen.
In einer exklusiven Studie für Börse Online nahm einsurance
ausgewählte Unternehmen genauer unter die Lupe: Nach den Angaben
des Versicherungsbrokers decken (...) zehn Anbieter einen Großteil
des Riester-Marktes ab. (...)
Ein Patentrezept gibt es nicht. "Egal,
nach welchem Modell der Versicherer zur Kasse bittet, jede einzelne
Police muss gesondert geprüft werden", meint Experte Blase.
Allein die Kostenquote - das heißt das Verhältnis von
Gesamtkosten zu angesparten Beiträgen und Zulagen zu Rentenbeginn
- der untersuchten Produkte schwankt zwischen neun und knapp 20
Prozent. Ausgerechnet der Hamburger Kaffeefilialist Tchibo weist
dabei die günstigste Struktur auf. Der Newcomer sei gezwungen,
über den Preis in der Branche Fuß zu fassen, spekuliert
Blase. (...)
Doch der Finanzmakler betont: "Die Güte der Riester-Produkte
hängt von mehreren Faktoren ab."
"Die Kosten bei Riester-Verträgen sind für die Kunden
kaum nachvollziehbar und nur im Kleingedruckten angegeben,"
sagt Henrich Blase, Vorstand einsurance.
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